Stimme # 102

Im Frühjahrsheft der Stimme habe ich zwei Beiträge.

Meine Kolumne Stimmlage: Eine Stimmlage zu meiner Stimmungslage

Solche aktuellen Ereignisse, die mir „persönlich unter die Haut gehen“, blockieren mein öffentliches Schreiben über andere Themen, aber zugleich auch darüber. Ich fürchte, dass meine Partei ergreifenden Sätze zu leeren Worthülsen verkommen. Ich fürchte, in meiner Betroffenheit wider Willen Klischees zu produzieren. Durch meine Befindlichkeit nicht „objektiv“ genug zu sein, oder schlimmer noch: jene Worte zu wiederholen, welche die meisten professionellen Schreiber_innen als „business as usual“ von sich geben. Die seltsame Sprachlosigkeit ist die Folge.

Mein Thema Beitrag: Friede der Plätze, Krieg der Paläste

Georg Büchner beginnt seine 1834 verfasste Flugschrift Der Hessische Landbote mit der berühmt gewordenen Parole: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ Übertragen wir den Aufruf in den vorliegenden Essay, ergibt sich die Frage: Wieso wich der Friede auf öffentlichen Plätzen dem Krieg, den die Paläste gegen die Gesellschaft führen?

hallac.org: Mart 2017 yazım

hallac.org portalındaki „Şişe Mesajları“ köşemin Mart 2017 yazısı:

Siyasal şizofreni üstüne

Kendimi yalnızca çaresiz hissetmedim bu son yıllarda ben. “Yararlı enayi” yerine konmuş olmak bile o kadar yakmadı canımı. Neyi yanlış yaptığımı sorguluyorum aslında. Neden benim ya da benim gibi düşünüp yaşayan insanların haklarını bu kadar kolaylıkla ayaklar altına alabiliyor veya alınmasına seyirci kalabiliyor, hakları için savaştığımız bu insanlar? Siyasal şizofrenim, bu soruda kilitlenmiş durumda…

Mein März-Beitrag auf IM BLOG

Mein Beitrag auf IM BLOG im März 2017:

Das kleine Reisetagebuch oder Vom Zugehören

Ich frage mich, warum denn Integration eine Sache des Gefühls sein muss. Ich hatte immer gedacht, dass man in eine Gesellschaft integriert ist, wenn man bürgerschaftliche Rechte und Pflichten hat, die jenen der Mehrheit entsprechen. Was bedeutet es eigentlich, dass sich jemand als Türkin oder als Österreicher fühlt? Fühlt es sich wie Schmerz an oder wie Freude? Warum bin ich dazu verpflichtet, über meine Gefühle in der Öffentlichkeit zu reden? Muss ich mich über Ethnie, Kultur und Religion definieren, damit ich beweisen kann, dass ich integriert bin? Muss ich als Einwanderer in die Vormoderne zurückkatapultiert werden, um in einem postindustriellen Nationalstaat wie die Eingeborenen leben zu dürfen? Diese Fragen machen wohl nie Urlaub.

hallac.org: Şubat 2017 yazım

hallac.org portalındaki „Şişe Mesajları“ köşemin Şubat 2017 yazısı:

Meydanlardan saraylara

2010’ların başında dünyanın birçok yöresinde art arda, hatta eş zamanlı patlak veren toplumsal eylemlere ne oldu? Milyonlarca insanı umutlandıran Arap Baharı’ndan, Gezi Hareketi’nden, Ukrayna Turuncu Devrimi’nden geriye kalan; darbeler, askerî yönetimler, temsilî diktatörlükler bugün… Meydanlardan diktatör saraylarına nasıl kayıverdi güçler dengesi?

(Meine türkischsprachige Februar-Kolumne auf hallac.org befasst sich mit den Protestbewegungen der 2010er Jahre und mit deren vorläufigem Ende durch den autoritären Gegenschlag der Staatsmacht. Dasselbe Thema behandle ich in der im April 2017 erscheinenden STIMME Nr. 102 etwas ausführlicher auf Deutsch.)

Zwei Buchbeiträge

Zuletzt erschienen sind folgende zwei Buchbeiträge von mir:

Der kleinste Radius des Theaters. In: Birgit Peter / Gabriele C. Pfeiffer (Hg.): Flucht – Migration – Theater. Dokumente und Positionen. Göttingen: V&R 2017: 487-494.

Politische Bildung und Konzepte differenzierter Gleichheit. In: Gertraud Diendorfer / Günther Sandner / Elisabeth Turek (Hg.): Populismus – Gleichheit – Differenz. Herausforderungen für die Politische Bildung. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2017: 83-101.

hallac.org: Son iki yazım

hallac.org portalında yayınlanan birbirine bağlı iki yazıda, popülizm ve yeni tür dikta hâkimiyetleri bağlamında göze çarpan, görece yeni bir küresel siyasal gelişmeyi analiz etmeye çalıştım:

Popülizm, otoriter demokrasi ve temsili diktatörlük (Aralık 2016)

Uzlaşma sisteminin çöküşü (Ocak 2017)

Yazının üçüncü ve son bölümü, Şubat 2017’de hallac.org‚da okunabilir.

(Meine beiden türkischsprachigen letzten Beiträge auf hallac.org zum Thema Populismus und „repräsentative Diktatur“; die nur gering abweichenden deutschsprachigen Fassungen dieser Texte können in der STIMME gelesen werden: Der erste Teil ist bereits erschienen: Populismus und repräsentative Diktatur)

IM BLOG: Meine letzten beiden Beiträge

Auf IM BLOG veröffentlichte ich zuletzt diese beiden Beiträge:

Bloggy Thursday oder Der erste runde Geburtstag (19. Jänner 2017)

Warum ich jetzt so auf Bilanz mache, als hätte soeben der Rechnungshof angerufen und mein Name beginnt mit Erwin P.? Oder haben wir schon Öxit? Hallo, bekommt ihr denn gar nix mit, Leute, muss man es euch mit Analog-Spam nach Hause schicken? Unsere minoritäre Verschwörung hier hat sein erstes Jahr hinter sich gebracht! Ein minderer Schritt für die Menschheit, ein Dyno-Schritt für uns im medialen Jurassic-Park. Alles gut.

Des Volkes Maul (10. November 2016):

Die Zwickmühle „Populismus versus Elitismus“ ist älter als die Reformation, und zwischen diesen beiden Polen schwingt das Pendel der „richtigen“ Politik seit Jahrhunderten hin und her. Das Maul des „Volkes“ riecht bisweilen wahrlich nicht nach Nelken. Ihm deswegen durch die Linse eines Fernrohrs zu begegnen ist aber genauso unpolitisch, wie sich programmatisch an den Gestank zu gewöhnen. Andererseits schwenkt der Odem des Elitären nicht selten selbst eine Alkoholfahne. Der Unterschied zwischen dieser und der Volksfahne liegt in der Qualität des getrunkenen Weines. Das wäre aber Thema eines Gourmet-Blogs.

Stimmlage: Populismus und repräsentative Diktatur

Meine Kolumne in der STIMME # 101

Was wir in Ländern wie Russland und der Türkei erleben und was auch in Ungarn oder der Slowakei umgesetzt werden soll, ist eine Art durch populistische Politik errichtete, plebiszitär legitimierte, autoritäre Regierung mit einer zumeist charismatischen Führungsperson an der Spitze. Zu diesem Gebilde fällt mir kein besserer Begriff ein als repräsentative Diktatur.

Mein Beitrag für die STIMME Nr. 100: Minorisierung ohne Rechte

Unter Normalisierungsdrang und Säuberungswahn totalitärer Regierungen wurden in jüngster Vergangenheit (und werden mancherorts wohl auch heute) alle Minderheiten mit ähnlicher Vehemenz unterdrückt, vernichtet und vertrieben. Trotz der Unwahrscheinlichkeit (was freilich nicht Unmöglichkeit bedeutet) einer solchen Gefahr etwa im heutigen Europa macht diese gemeinsame historische Erfahrung eine minoritäre Allianz zwischen ihnen notwendig.

Ein Essay über Volksgruppen, Eingewanderte und Minderheiten, in: STIMME # 100, 2016

(Gekürzte Fassung des gleichnamigen Beitrags in: 50 Jahre türkische GAST(?)ARBEIT in Österreich. Wissenschaftliche Analysen / Lebensgeschichten. Hrsg. v. Ali Özbaş/Joachim Heinzl/Handan Özbaş. Graz: Leykam Buchverlag 2014.)