Neuer Buchbeitrag: Der Name des Zeigefingers

Mein neuer Buchbeitrag “Der Name des Zeigefingers. Zur kritischen Rolle der Kulturalität als eine Differenz” ist soeben erschienen in:

Ursula Hemetek, Daliah Hindler, Harald Huber, Therese Kaufmann, Isolde Malmberg und Hande Sağlam (Hg.):
Transkulturelle Erkundungen. Wissenschaftlich-künstlerische Perspektiven
Wien – Köln – Weimar: Böhlau. ISBN: 978-3-205-20517-3.

Aus dem Text:

Übertragen wir die sprachliche Differenz, die ohne positive Einzelglieder möglich ist und durch die jeweilige Konstellation sprachlicher Einheiten entsteht, auf die Ebene des Kulturellen. Auch diese Differenz, die ich Kulturalität genannt habe, muss nicht durch positive (also: präexistente) Einzelglieder namens Kultur bestehen. Die vorhandene kulturelle Konstellation, ob wir diese nun faktisch als interkulturell, normativ-politisch als multikulturell oder erkenntnistheoretisch als transkulturell bezeichnen, und der Umgang mit dieser Konstellation stiften erst kulturelle Differenz. Kulturalität bezieht sich nicht unmittelbar auf das Substantiv »Kultur«, sondern auf das Adjektiv »kulturell«. Dieser terminologische Umweg ist politiktheoretisch motiviert. Kulturalität verweist nicht auf Differenzen zwischen Kulturen, sondern auf eine Differenz (Verschiedenheit, Besonderes) unter anderem – etwa wie Gender oder Klasse. Somit ist sie eine Perspektive, ein Faktor und eine Dimension der Erkenntnis, des Handelns und des Sprechens.

Mit dem Reklamieren von Kulturalität schlage ich vor, Differenz als Anlass zur Gesellschaftskritik zu begreifen. Das ist auch der Punkt, an dem die Ansätze von Multi-, Inter- und Transkulturalität einander nahekommen.

Konzert: Tsatsiki Connection

  Foto: Tony Schönhofer

 

Der nächste Auftritt von Tsatsiki Connection findet statt am

Samstag, 27. Oktober 201, um 20 Uhr

in der Kulisse Wien,
Rosensteingasse 39, 1170 Wien.

Lakis Jordanopoulos – Gesang, Gitarre, Baglama
Hakan Gürses – Gesang, Bouzuki, Ud, Tsura
Herwig Thöny – Gesang, Kontrabass
Mehmet Emir – Perkussion: Darabuka, Cajon, Tef

Weitere Informationen & Online-Karten:

http://www.kulisse.at/programm/tsatsiki-connection/darf-es-etwas-meer-sein

Beiträge in der Zeitschrift STIMME # 107

Im aktuellen Heft 107 der STIMME, Zeitschrift der Initiative Minderheiten, handelt meine Kolumne “Stimmlage” vom politischen Spektrum: Links und rechts.

Stehsätze ähneln Möbelstücken in einem überfüllten Zimmer, man stößt bei jedem Schritt unweigerlich an sie. Ein dickbeiniger politischer Stehsatz unserer Tage, der bedrohlich herumsteht, lautet: „Es gibt heute kein Links und kein Rechts mehr!”

Zudem wurden in derselben Ausgabe der Zeitschrift Auszüge aus der Laudatio der Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou zur Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien an mich abgedruckt, nebst meiner Dankesrede.

Stimmlage #105 und #106 zum Thema Demokratie und Politik

In meiner Kolumne Stimmlage (Zeitschrift STIMME) habe ich mich in zwei aufeinander folgenden Ausgaben mit den Fragen befasst, wie das Verhältnis zwischen Demokratie und Politik gemeinhin gesehen wird und welche Folgen die um sich greifende “Politikvergessenheit” nach sich zieht:

(Nr. 105) Empörung und Lebensgestaltung: Begehrte Demokratie und vergessene Politik

Empörung und Lebensgestaltung als aktueller Widerstand? Das ist nur scheinbar paradox; das Kollektive und das Individuelle bilden hier gar keine Gegensätze. Sie haben sogar viele Gemeinsamkeiten. Ich möchte zwei miteinander verwobene nennen: Vermeidung der Politik und Überhöhung der Demokratie.

(Nr. 106) Von Göttern und der “Endstation Demokratie”

Indem sie uns „todsichere“ Pfade anbietet, tötet die Politik das Politische. Das bedeutet zudem die Einschränkung von Freiheit und Autonomie. Demokratie ist – verstanden als ethische Norm, gute Lebensführung oder moralische Tugend – eine solche „tote“ Endform des Politischen, aber sie bildet mitnichten die letzte Station der Geschichte.
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