Texte

Mein neuer Buchbeitrag

Ein Beitrag von mir ist gerade erschienen:

Die Dinge der Ordnung. Differenz, Sprache und das Politische angesichts des Neuen Materialismus. In: Werner Friedrichs / Sebastian Hamm (Hg.): Zurück zu den Dingen! Politische Bildungen im Medium gesellschaftlicher Materialität. Baden-Baden 2020: Nomos, S. 217–232.

Ich gebe zu, auch ich besitze so ein Ding, das durch Fragen und Befehle herausgefordert werden soll. Etwa durch die Frage: „Alexa, was kann ich für die Umwelt tun?“ Das ist allerdings nicht weiter originell, zumal das Gerät einprogrammierte Antworten darauf gibt, die obendrein dem neoliberalen Selbstoptimierungsgebot gehorchen. Spannender wurde es jüngst, als das Ding Lichtzeichen aussendete, die ich nicht zu deuten wusste. Daher fragte ich es, ob soeben seine Software aktualisiert worden sei. Die lapidare Antwort ließ mich erschaudern: „Ich kann das nicht sagen.“ […]

Wie kann politische Bildung Interesse an Differenz und Sprache finden und dieses vermitteln? Wie kann sie, statt unablässig nur auf die Demokratie als normatives Fundament und Ziel zugleich abzustellen, auf die Dinge der Ordnung – politisch umkämpfte Begriffe, soziale Felder, leere Signifikanten […] – fokussieren? Hier kommen jene Schlüsselbegriffe des Neuen Materialismus ins Spiel, die sich mit ähnlich gelagerten, der Politischen Theorie entspringenden Interventionen wie etwa der „politischen Differenz“ […] zusammenschließen lassen.

Stimmlage # 115

Meine Kolumne Stimmlage (Zeitschrift Stimme) in der Ausgabe Sommer 2020:

Nine-Eleven und Corona-Krise

Damals wie heute geht es um die Bewahrung des gesellschaftskritischen Blicks, egal ob mit Humor oder bierernst artikuliert. Ankündigungen eines neuen Zeitalters hingegen gehören zumeist zum Diskurs der Macht, die im Begriff ist, sich zu verfestigen. Die heutige Rede davon, nichts werde wieder so sein wie vorher, ist Bestandteil einer Politik der Pandemie, ein strategischer Schachzug der konsolidierten Biomacht.

Zur Politik der Pandemie

Im Rahmen des Blogs “Stimmen der Zivilgesellschaft” der Volkshilfe Wien habe ich im einen kurzen Beitrag gesteuert:

Zur Politik der Pandemie

Ob ich Angst vor dem Virus habe? Natürlich habe ich das, aber das Virus kennt ja keine Absicht, weder gute noch böse. Ich kann mich also nicht auf die vermeintliche Strategie eines Virus ausrichten, meine Ängste haben ihre Quelle in der Herrschaft, im Nationalismus und in gesellschaftlichen Strukturen der Ungleichheit.

Öneri çevrimiçi dergisindeki Haziran 2020 yazım

Mayıs 2020 başından beri Öneri / Vorschlag adıyla yayımlanmakta olan (eski adı: Toter Winkel / Gizli Açı) çokdilli çevrimiçi dergide Haziran 2020’de çıkan yazımın konusu, 1970 İstanbul kolera salgını:

Korona günlerinde kolera

Benim damağımda sıcak suyla yıkanmış meyve ve suya katılan klor tabletinin tadı, kolumdaysa okulda yapılmış aşının acısı kalmıştır o günlerden. Salgın denince, hep kolera gelir aklıma bir de. Korona günlerinin şu kısa teneffüsü sırasında da bu böyle…

Mein neuer Beitrag auf IM BLOG: Systemrelevanz und Gesellschaftskritik

Mein Beitrag auf IM BLOG, dem politischen Weblog der Initiative Minderheiten, im Mai 2020:

Systemrelevanz und Gesellschaftskritik

Es liegt an der politischen Natur des Ausnahmezustands, dass viele in Zeiten der erklärten Krise „Wir“ sagen wollen. Bloß, das ist ein staatlich verordnetes Wir, das genauso ideologisch aufgeladen ist wie das Wir der „Aufbaugeneration“, der „Trümmerfrauen“ und der Balkanroute-Schließer. Das ist aber nicht die Seite der Vernunft oder der Wissenschaft, wie manche annehmen mögen, sondern die des nationalistisch-autoritären Etatismus. Es ist das Wir der nationalistischen Nächstenliebe und Solidarität nach dem Floriani-Prinzip. Ohne die Lager der Geflüchteten an unseren Grenzen, ohne die Ertrunkenen im Mittelmeer, ohne die „italienischen Corona-Opfer“ und die „falsche britische Corona-Politik“, ohne ukrainische Spargelstecherinnen und rumänische Rund-um-die Uhr-Pflegerinnen, die wieder einmal Spielball der Politik geworden sind, gäbe es kein Wir der österreichischen Corona-Front.

Birikim-Güncel’de Mayıs 2020’de yayımlanan yazım

Birikim dergisi çevrimiçi versiyonunun Güncel bölümünde 7 Mayıs 2020’de yayımlanan yazımda Korona, istisna hâli ve yeni direniş biçimleri hakkında düşünmeye çalıştım:

 Korona Günlerinde Dayanışma, İktidar ve Direniş

Türkiye, Rusya ya da Mısır gibi ülkelerde otorite, yasak ve baskı yoluyla ayakta duran rejimleri bir kenara bırakalım. “Klasik Batı demokrasileri” adını verdiğimiz Avrupa ülkelerinde de toplumsal hareketler kendilerini yutan, asimile eden iktidarlara karşı direnemedi son yıllarda. Sanırım buna bağlı olarak, meydanlarda kendini gösteren hareketlere paralel, başka bir direnme biçimi ortaya çıktı ve özellikle de Batı toplumlarının genç kesimlerinde revaç bulmaya başladı. İşte bu direniş türüne “ret ve infial” adını veriyorum.
Post-endüstriyel veya –son dönemde– dijital kavramlarıyla tanımlanan toplumlarda, siyasal alanda gözle görülür bir kaymaya tanık oluyoruz. Özellikle üç unsur, son yıllarda yeni direniş politikalarının tercihli sektörleri haline geldi: tüketimdil ve çevre. Ret ve infial, özellikle bu alanlarda etkin.

Nobel oder Wenn das Publikum zurückschimpft

In der Frühjahrsausgabe (Nr. 114 / 2020) der Stimme habe ich mich mit der ewigen Frage “Leben und Werk” befasst – am Fallbeispiel der Nobelpreisverleihung an Peter Handke:

Nobel oder Wenn das Publikum zurückschimpft

Literaturnobelpreisträger Peter Handke wurde einst durch sein Sprechstück Publikumsbeschimpfung berühmt. Nun schimpft das Publikum zurück: indem es von Kunst und Literatur das energisch einfordert, was ihm Intellektuelle und Künstler* seit der Aufklärung predigen und Theodor W. Adorno in einem Titel programmatisch zusammenfasste: Erziehung zur Mündigkeit. Das Versprechen direkter Beteiligung (Publikum als sinnstiftende Instanz) und politisch-moralischer Korrektheit (Publikum als zu empowernde und schützende Teilöffentlichkeit) scheint in der gegenwärtigen Kulturpolitik, egal ob von „oben“ oder von „unten“, allmählich den Mainstream zu bilden.

Stimmlage # 112 und # 114

Meine Kolumne Stimmlage (Zeitschrift Stimme) in den Ausgaben Herbst 2019 und Frühjahr 2020:

Niemandsland Exil

Egal ob sich nun der politische Blick des Exilanten auf das Herkunftsland richtet oder auf sein Leben im Aufnahmeland – jeder Versuch, gleichberechtigt mitzureden und das Leben da oder dort mitzugestalten, stößt auf die reservierte Haltung derer, die da oder dort „wirklich beheimatet“ leben. Durch sie wird uns im Exil Lebenden die Fähigkeit zu einem Innenblick abgesprochen und verweigert. Jeder kritische Satz des Exilanten über die jeweilige Gesellschaft wird abgeschmettert mit „Es ist freilich ein Leichtes, von außen so zu reden“, mit „Was erlauben Sie sich; bei Ihnen dort unten ist es ja viel schlimmer“ oder dergleichen.

Wahlen in autoritären Zeiten

Die Zeichen liegen sehr deutlich vor uns: Der Staat wird autoritärer; eine rein auf sprachliche Reglementierung abstellende Gegenpolitik ruft paradoxerweise just autoritäre Maßnahmen herbei; unterdessen wird es zunehmend salonfähig, in öffentlichen Debatten über bestimmte Minderheiten (derzeit Migrant_innen und Geflüchtete) offen ablehnend bis rassistisch zu reden und dies zur Staatsräson zu erklären.

Toter Winkel dergisindeki Aralık 2019 ve Şubat 2020 yazılarım

Çok dilli online dergi Toter Winkel‘de Aralık 2019 ve Şubat 2020’de yayımlanan yazılarım:

Sürgünün gidişatı hakkında (Şubat 2020)

Siyasal perspektifimizi ister buraya yöneltmiş olalım, ister oraya. İster önemli noktalara parmak basalım, istersek günlük basit aksaklıklara takılalım. Söylediklerimiz, eleştirel söylemimiz, her iki ülkede yaşayan “yerliler” tarafından da maalesef “hariçten gazel atma” olarak değerlendiriliyor. “Burada yaşıyor olsan, bu kadar rahat konuşamazdın”, “Sen iyice oralı olmuşsun”, “Biz de bilirdik zamanında kaçıp gitmeyi” ya da “Senin geldiğin yerde durum daha mı iyi?”, “Bu nasıl bir cürettir; biz burada doğup büyüdük, biz yaptık, beğenmiyorsanız, geldiğiniz yere geri dönün” vesaire kalıp cümlelerini ne çok duymaktayız yıllardır, biz sürgünde yaşayanlar… Bizim de bir “içeriden bakma” hakkımızın ve yetimizin olabileceği, “orada” ve “burada” reddediliyor. Bir tür “sürekli dışarıda olma hâli” sürgünlük.

Sadaka ve tekmil (Aralık 2019)

“Azınlık perspektifi”; azınlıklar her konuda haklıdır, benim dünya görüşüm onlar için geçersizdir, onlara bu görüşle yaklaşmamalıyım, biz siyasal olarak bir araya gelemeyiz gibi yapay yasakları ya da ezberlenecek sonuçları içeren bir ahlaki önerme değil. Sadece bir kere daha düşünmeye, duyarlılığa davet eden bir açı. Hatırlamaya, hesaplaşmaya, yaşanmış ve yaşanabilecek olanlar için sorumluluk almaya davet eden bir açı. Siyasal sonuçları önemli olabilecek bir açı.

Meine letzten beiden Beiträge auf IM BLOG

Meine letzten Beiträge auf IM BLOG, dem politischen Weblog der Initiative Minderheiten, im Oktober und Dezember 2019:

Die vorletzten Tage der Menschheit (Dezember)

DER OPTIMIST: Ich weiß nicht, was Sie zu dieser düsteren Prognose berechtigt. Sie schließen offenbar von unvermeidlichen Begleiterscheinungen auf das Ganze. Sie gehen von zufälligen Ärgernissen aus, die Sie für Symptome nehmen. Wir lernen aus unseren Fehlern und von der Krise selbst. Merken Sie denn nicht, dass justament durch die von Ihnen erwähnten Dinge eine neue, eine große Zeit angebrochen ist?

DER NÖRGLER: Ich habe sie noch gekannt, wie sie so klein war, und sie wird es wieder werden.

Dieser Text erscheint zeitgleich in der aktuellen Ausgabe der STIMME, Nr. 113 / Winter 2019, als meine “Stimmlage”-Kolumne.

Von Menschenansammlungen und deren Abholung (Oktober)

Menschenansammlungen haben mich stets beunruhigt (schon wieder Autobiografie!). In den beiden zentralen Orten meines bisherigen Lebens, in der Türkei und in Österreich, gibt es allerdings zwei merkwürdige Formen der Ansammlung von Individuen, die mich zudem seit jeher äußerst irritieren.

English German